Heft 2010/03

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Ausgabe 3/2010

Heftthema „Autorecycling“

 

Titelstory

Heftthema: Autorecycling und AFZ-VO Novelle

Der Kampf um Wracks und Schrottkisten

Wertvolle Rohstoffe befinden sich in unseren Altautos. Die Stoffströme bei Altfahrzeugen müssen daher – auch laut EU-Richtlinie – penibel genau dokumentiert sein. Mit manchmal ungeheuerem bürokratischen Aufwand. Nun steht eine AFZ-VO Novelle vor der Tür, die Linderung schaffen soll.

Letztes Jahr schon hätte sie in Kraft treten sollen. Derzeit wird um sie heftig diskutiert und verhandelt. Doch eines ist sicher: Die Novelle der Altfahrzeugverordnung (AFZ VO) ist für die gesamte Altfahrzeugbranche ein Hoffnungsschimmer im immer dichter werdenden Bürokratiedschungel, der in den letzten Jahren über der Abfallwirtschaft gewachsen ist.

Schon seit Jahren jammert die Abfallwirtschaft in Österreich über verwaltungstechnische Aufwände seit Einführung des Abfallwirtschaftsgesetzes AWG. Auch – oder gerade – die Altfahrzeugverwertung ist davon betroffen. Hier gelten ebenso gewichtsbezogene Quotenregelungen, die den Beteiligten das Leben schwer machen. Denn bei den vielfältigen Entnahmen und den unterschiedlichen Verwertungen kann nach Gewicht kaum mehr etwas nachgewiesen werden.

Batterien, Katalysatoren und Motoren, ja bis zu den Reifenwuchtgewichten, die entnommen werden, müssten laut Verordnung nachverfolgbar sein, bis sie einer Verwertung zugeführt werden. Was das an Zettelkram für die Verwerter oder die verantwortlichen Erstübernehmer der Wracks bedeutet, ist leicht vorstellbar. Bodenschutz vorgelegt. Wieder einmal wurde sie blockiert - auch von Österreich. (…)

Glosse

Ein Woche lang ging fast nichts mehr im europäischen Luftraum. Der Eyjafjallajökull hat nicht nur die Flughäfen lahmgelegt. Auch die Wirtschaft spürte die geplatzten Geschäftsreisen und ausgefallenen Meetings.

Viele Unternehmen haben nun aber bemerkt, dass es auch eine andere Möglichkeit gibt, sich auszutauschen. Stressfreier, kostengünstiger und letztlich auch ökologischer: Denn mit Videokonferenzen lässt sich ein physisches Meeting heute sehr einfach ersetzen. So schnellten die Buchungen für Videokonferenzen in Europa auch prompt um 12 %, in Großbritannien gar um 38 % in die Höhe. Die Anbieter von Videokonferenzsystemen witterten das Geschäft. Lockten mit Gratisangeboten und öffneten ihre virtuellen Räume. Experten meinen, dass der Hype nun einige Zeit dauern könnte.

Videokonferenzen waren bisher noch ein Randthema, oder nur in Krisenzeiten eine Alternative. Die Telepresence-Technologie macht es nun möglich, dass die Gesprächspartner sich in Lebensgröße gegenübersitzen und in hochauflösender HD-Qualität und ohne Zeitverzögerung diskutieren können.

Aber auch die ökologischen Vorteile virtueller Meetings müssen dabei hervorgehoben werden. Durch eine Ausweitung dieser Technologie als Managementtool könnte erheblich Verkehr eingespart werden. Nicht nur in der Luftfahrt, auch im Autoverkehr - zumindest bei Premiumklassewägen oder SUVs. (ak)

Thema 1: Recycling und Entsorgung

Österreich-Studie: Modelle zur Steigerung des Einsatzes von Mehrweggetränkeverpackungen

Mehrweg hat Zukunft

Innovative Lösungsansätze und umweltpolitische Instrumente zur Förderung von ökologisch vorteilhaften Getränkeverpackungen für Österreich. (Teil 1)

Autoren:
DI Christian Pladerer,
Österreichisches Ökologie-Institut, Boku Wien
Prof. Dr. Gerhard Vogel,
Institut für Technologie und
nachhaltiges Produktmanagement, WU Wien

Anfang der 1990er Jahre wurde in Österreich die erste Verpackungszielverordnung erlassen, die sogenannte Wiederverwendungsquoten von Getränkeverpackungen für die Jahre 1993 – 2000 regelte. Für Mineralwasser lag diese Wiederverwendungsquote 1993 bei 96 %. Schon im Jahr 2000 wurde klar, dass die Wirtschaft nicht imstande war, den Trend zur Einweggetränkeverpackung aus eigener Kraft zu stoppen, um die Zielverordnung zu erfüllen. Betrug der Mehrweganteil bei Getränkeverpackungen in Österreich im Jahr 1995 noch bei 80 %, so liegt er heute bei etwa 20 % und das, obwohl das Bundesabfallwirtschaftsgesetz der Abfallvermeidung die höchste Priorität einräumt und die Hierarchie - Vermeidung und Verringern geht vor Verwerten - auch durch die aktuelle EU Abfallrahmenrichtlinie eindringlich unterstrichen wird. (…)

Thema 2: Verkehr und Transport

Elektromobilität:

Chancen für Energieversorger

Das stetig steigende Preisniveau und die Endlichkeit der fossilen Ressourcen sowie die erwarteten Absatzeinbrüche steigern den Handlungsdruck auf die Automobilindustrie im Bereich der nachhaltigen Mobilität. Momentan gibt es in diesem Bereich überwiegend nur Pilotprojekte, alltagstaugliche Fahrzeuge in größeren Stückzahlen sind noch kaum verfügbar.

Autor:
Armin Garbe
trend:research – Institut für Trend- und Marktforschung

In einer neuen Studie analysierte trend:research die künftigen Marktpotenziale und Marktstrukturen der Elektromobilität in Deutschland,. sowie die Chancen und Herausforderungen für Energieversorger, Netzbetreiber und Auto- und Technologiehersteller. Eine umfangreiche Befragung von 104 Marktteilnehmern (EVU, Fahrzeug- und Technologiehersteller, potenzielle Anwender, Experten) wurde als Analysegrundlage genutzt.

Energieversorger und Marktexperten wurden auch bezüglich der Marktreife von Elektrofahrzeugen befragt. Bei den Energieversorgungsunternehmen sind die Meinungen sehr differenziert. 32 % der Befragten geben an, dass die Elektrofahrzeuge in ein bis fünf Jahren marktreif sind. Ein weiteres knappes Drittel der Energieversorger ist der Ansicht, dass die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge in sechs bis zehn Jahren marktreif sein werden und in einer größeren Stückzahl produziert werden könnten. Damit sehen fast zwei Drittel der EVU die Marktreife innerhalb von zehn Jahren als gegeben an. Bezogen auf die langen Entwicklungszyklen in der Automobilindustrie und den Status quo stellt dies nur einen relativ kurzen Zeitraum dar. Die Mehrzahl der befragten Experten erwartet hingegen, dass die Elektrofahrzeuge in ein bis fünf Jahren marktreif sind. (…)

Thema 3: Anlegen und Finanzieren

Investieren in Öko-Projekte zahlt sich aus

Grünes Geld im Kommen

Banken standen ja in letzter Zeit bei der Bevölkerung nicht gerade hoch im Kurs. Nun überschlagen sie sich mit der Verwendung von Schlagworten wie „Nachhaltigkeit“ und „Umweltschutz“. Neben den eigenen Bestrebungen der Geldinstitute, ökologisch und sozial verantwortlich und nachhaltig zu handeln, bieten viele Banken nun vermehrt Anlagemöglichkeiten für umweltbewusste Kunden. Ein Versuch, um ihr Image aufzupolieren oder Engagement für Gesellschaft und Umwelt? Machen Sie

Sie kommen, die sogenannten „Gutbanker“. Kürzlich erst titelte das Wirtschaftsmagazin Format: „Die Gutbanker kommen nach Österreich“. Doch in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise, wo sich Skandale um Banken und ihre Manager häufen, kann man sich da so etwas wie „Gutbanker“ überhaupt vorstellen? Wer sind sie? Was machen sie? Woher kommen sie? Und sind sie vielleicht schon da? (…)